Denkmal-Einweihung in Gotha mit „Mutter Beimer“
- 30/07/2023
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Gotha. Lazarus-Orden erinnert an seine Anfänge und Hospitalgründung in Gotha vor 800 Jahren.
Die Stadt Gotha hat jetzt ein neues Denkmal. Mitglieder das Lazarus-Ordens weihen Freitagabend am Brühl die von Volker Kups geschaffene Skulptur ein. Sie zeigt einen Ritter, der einen Verwundeten oder Kranken im Arm hält. Sie verkörpern das Thema „Hilfe in Not“.
Das Denkmal verweist auf die Gründung des Maria-Magdalenen-Hospitals vor 800 Jahren in Gotha. Es befand sich wenige Schritte davon entfernt, war von Landgraf Ludwig IV. und seiner Frau, der heiligen Elisabeth, gestiftet worden. Im heutigen Spital sind das Gothaer Frauenzentrum, Teile der Stadtverwaltung und der Altstadtverein untergebracht. Die ursprüngliche Einrichtung war dem Orden laut Urkunde 1229 übertragen worden. Der Lazarus-Orden zählt zu den ältesten christlichen Ritterorden.
Mit ihrer Jahrestagung in Gotha erinnern etwa 90 Ordensmitglieder, unter ihnen Großmeister Francisco de Borbón Graf von Hardenberg, an 800 Jahre Lazarus-Orden auf deutschem Boden – beim Empfang am Freitagabend im Rathaus, zum Festgottesdienst in der Augustinerkirche und zur Spendengala in der Stadthalle. Deren Erlös ist getreu dem Anliegen der Vorfahren für Leprakranke bestimmt, soll dem Leprahospital von Remy Rousselot im ostindischen Bhubanes zugutekommen. Bereits die Gründungsväter hatten sich der an den Stadtrand gedrängten Aussätzigen angenommen. Darauf weisen der deutsche Ordensvorsteher, Clemens Stroetmann, und seine Mitstreiter hin. Zu ihnen gehört auch ein Fernsehstar: „Mutter Beimer“ aus der Lindenstraße alias Marie-Luise Marjan.
Oberbürgermeister lädt Marie-Luise Marjan zu Lesung ein
Die 800-Jahr-Feier der Ordensgründung in Gotha sei für sie ein großes Ereignis, sagt Marjan. Im Mai 2022 ist sie in den Orden aufgenommen worden. Neben Freunden hat sie auch ihren Pfarrer Frank Klupsch aus Bendorf (Rheinland-Pfalz) an ihrer Seite. Er werde im September Ordenskaplan.
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Oberbürgermeister Knut Kreuch (SPD) freut sich, dass er „seine Fernsehmutter“ in Gotha begrüßen kann. Er habe sie auch zu einer Lesung nach Gotha eingeladen. Mehr dürfe sie noch nicht verraten, fügt „Mutter Beimer“ schmunzelnd hinzu. Sie sei von Gotha und dessen Geschichte sehr beeindruckt. Besonders freue sie sich über die vielen Sitzmöglichkeiten in der Stadt. „Ich habe noch nie eine Stadt mit so vielen Sitzplätzen im Laufe eines Spaziergangs erlebt“, sagt die 82-Jährige am Rand der Denkmal-Einweihung.
Der Gedenkstein ist vergangene Woche aufgestellt worden. Es sei nicht leicht gewesen, das etwa vier Tonnen schwere Denkmal zu platzieren, sagt Volker Kups aus Egeln, der beide Skulpturen aus einem weiß- gelblichen Sandstein geschaffen hat – nicht aus Seeberger Sandstein, sondern aus Cottaer Sandstein, aus dem Elbsandsteingebirge bei Pirna. Ihm sei es darum gegangen, einen fast weißen Sandstein für das Denkmal zu nehmen. Die Massivität der Darstellung spreche nicht für eine Pieta, wohl aber das Thema. Sie solle der Ritterlichkeit des Ordens entsprechen, beschreibt Kups seine Intention. Der Orden werde mit dem OB entscheiden, ob und mit welcher Schrift das Denkmal versehen werden solle.